Schnell gedacht: Wahnsinn und Zahlen

Wahn­sinn. Ein Wahn­sin­ni­ger ist jemand, der vom Sinn her ver­rückt ist, also nie­mand der im eigent­li­chen Sinne spinnt. Ledig­lich sein Sinn, seine Sinne sind wahn­haft, neh­men wahn­haft war. Es bedeu­tet eine Umkeh­rung des­sen, was man gemein­hin als wahn­sin­nig erach­tet, näm­lich der Wahn gehe vom Den­ken aus. Man würde dem­nach alles ver­nünf­tig wahr­neh­men und danach falsch schlie­ßen. Im eigent­lich Wort steckt aber, dass die Sinne so ver­wirrt sind, dass selbst der klarste Kopf zu verschrobenen/falschen/lauten Ansich­ten kommt, die mit der Fein­heit der Welt, wie sie alle ande­ren wahr­neh­men nicht mehr viel gemein haben.

Es dau­ert 10000 Stun­den bis man etwas wirk­lich gut kann. Man schaft es 5000 Bücher in sei­nem Leben zu lesen. Wir leben nur 30000 Tage. Wir haben nur ein Leben. Und davon ver­schla­fen wir auch noch die Hälfte.

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Der Mann ohne Eigenschaften. Remix. [Rezension]

Nun. Es ist mit­ten in der Nacht und ich bin in einer sel­te­nen Ver­zü­ckung, wie sie der Mann ohne Eigen­schaf­ten nor­ma­ler­weise nicht gewäh­ren kann. Das ist zumin­dest das was man so hört. Denn die­ser äthe­ri­sche, mys­ti­sche, sozio­lo­gi­sche, his­to­ri­sche, wahn­sin­nige Amboss von einem Werk, ist einer der sich schwer auf die Brust eines jeden legt, der unaus­ge­spro­chene Her­aus­for­de­run­gen nicht ableh­nen kann.

Der MoE, wie er in Fach­krei­sen genannt wird, ist für viele unles­bar schön. Aber in dem sich andere auf­op­fer­ten und bei­nahe in Streit dar­über zer­bro­chen wären 1, ist aus Ver­se­hen gelun­gen, die Unnah­bar­keit und die Unge­heu­er­lich­keit, ja die Unmensch­lich­keit (im posi­ti­ven Sinne) des Wer­kes ver­ar­beit­bar zu machen. Und zwar in einem aus 20 Tei­len beste­hen­den Hör­spiel. Einem Bom­bast­pro­jekt, einem Werk, dass an Wahn­sinn grenzt, weil es trotz der rela­ti­ven Ver­dau­lich­keit kaum gehört geschweige den respek­tiert wer­den wird, weil es sich nicht um das Buch, son­dern “nur” um eine gekürzte Vor­le­se­fas­sung han­delt. Jeden­falls ist das meine Befürch­tung und gleich­zei­tig mein Aus­druck des tie­fen Respekts davor, was hier geleis­tet wurde.

Die­ses Hör­buch­pro­jekt hat fast archi­tek­to­ni­sche Qua­li­tä­ten. Es ist ein Gebäude. Es trans­por­tiert die Geschwin­dig­keit des Den­kens eines genia­len Geis­tes in sei­ner Unschnel­lig­keit und Unlang­sam­keit, sei­ner Her­aus­ge­löst­heit aus der Zeit, wie es nur das lineare Medium des Hör­spiels kann. Es gibt der flüch­ti­gen gas­haf­ten, ermü­den­den Aura, die das Werk umgibt, eine Form, in der ich mich auf­hal­ten kann, ohne das Bewusst­sein oder den Ver­stand zu ver­lie­ren. Das Tempo des Vor­le­sers lässt mich fol­gen, denn ich ver­weile nicht, ver­springe nicht in der Zeile. Ich mag zwi­chen­durch weg­hö­ren, aber ich bin da und folge dem Füh­rer Man­fred Zapatka, des­sen grüb­le­ri­scher “ent­de­cken­der” Lese­stil dem Werk ein wei­te­res rhyth­mus­ge­ben­des Ele­ment schenkt. 2

Der MoE-Remix nimmt mich an die Hand und zeigt mir alle Räume in der Rei­hen­folge, wie sie vor­ge­se­hen waren, weißt mich jedoch bereits vor dem eigent­li­chen Rund­gang dar­auf hin, dass ich hier nun einen ande­ren Boden, einen ande­ren Kos­mos betrete, dem eigent­li­chen Werk sind näm­lich Auf­zeich­nun­gen aus sei­nem umfang­rei­chen Nach­lass voran gestellt. Sie geben dem gan­zen den “fes­ten Rah­men”, den man nach Musil beach­ten sollte, “wenn man gut durch geöff­nete Türen kom­men will”. 3

Die Qua­li­tät des MoE ist nicht vor­der­grün­dig seine dra­ma­ti­sche Hand­lung 4, son­dern seine essay­is­ti­sche Aus­ein­an­der­set­zung mit der Ambi­va­lenz eines Grund­fra­gen­kon­vo­luts, die je nach Betrachtungsweise/Moral, eigent­lich des Men­schen­typs eine andere Fra­ge­stel­lung als Haupt­ton und alle ande­ren als Ober– und Unter­töne mit­schwin­gen lässt. Mich etwa, als nai­ver Hörer ohne gro­ßen lite­ra­tur­wis­sen­schaft­li­chen Hin­ter­grund, aber mit dem irgendwo auf­ge­schnapp­ten Wis­sen es handle sich um eine historische/soziale Stu­die 5, wie es zum ers­ten Welt­krieg kom­men konnte, inter­es­sierte das im Hör­ver­lauf eher nicht.

Ich per­sön­lich fand die Frage nach dem Wahn­sinn und in wie fern unse­rer Nicht­wahn­sinn nicht eine reine Kon­struk­tion ist, äußerst span­nend. Es sei des­halb ange­merkt, dass sich eben­falls ein umfang­rei­cher Text zur Figur Moos­grub­bers von der Lite­ra­tur­no­bel­preis­trä­ge­rin Elfriede Jelinek in dem Remix des Man­nes ohne Eigen­schaf­ten ver­birgt. Min­des­tens so span­nend wie der Wahn­sinn, ist der andere Zustand (a.Z.) dem Grund­mo­tiv über dem sich das Werk auf­spannt. So wie ich es ver­stan­den habe, han­delt es sich hier um die Auf­lö­sung eines hin­ge­nom­me­nen (aber unwirk­li­chen??) Wider­spruchs: Näm­lich den Mathe­ma­tik (also als klar vor­stell­bar, aber nicht fühl­bar) gegen Mys­tik (als unklar unvor­stell­bar, aber fühl­bar).  Es soll eine Uto­pie eines Gefühls/Gedankens ent­ste­hen. Was wäre wenn…beides gleich­zei­tig mög­lich ist? Bezie­hungs­weise was wäre, wenn sich alles in “Liebe” als Equi­li­brium von allem auf­lö­sen würde? Wenn sich also alle Gegen­sätze, alles Füh­lende, fühl­bare, Erfah­rene, Erfahr­bare, gewe­sene, sei­ende und wer­dende (…) tat­säch­lich unter einer Idee, ohne Ja/Nein-Binärität als abso­lut abso­lut auf­lö­sen würde? Es ist der Wunsch nach einem Zustand in dem sich Wirk­lich­keits­sinn und Mög­lich­keits­sinn nicht unver­ein­bar gegen­über stehen.

Auch Sexua­li­tät ist ein gro­ßes Thema, Geschwis­ter­liebe, Selbst­liebe, Gewalt, Ver­ge­wal­ti­gung, Orgas­mus aus der puren Eupho­rie, die Hei­lig­keit und Ver­werf­lich­keit der fleisch­li­chen Liebe. Es las­sen sich eman­zi­pa­to­ri­sche Motive ent­de­cken. Die Leis­tung der Psy­cho­lo­gie, der Natur­wis­sen­schaf­ten und jeder ande­ren arche­ty­pi­sche Lebens­ein­stel­lung wer­den hin­ter­fragt. Auch Nietz­sche ist ein gro­ßes Thema im MoE. 6

Über Fra­gen die­ser und ande­rer Art denkt Musil in viel bes­se­ren, kla­re­ren Wor­ten im MoE nach und in unver­gleich­li­cher Manier hat man die Mög­lich­keit in die­ses Werk über den Remix ein­zu­stei­gen. Das beste daran ist, dass es “Der Mann ohne Eigen­schaf­ten. Remix.” kos­ten­los als Pod­cast gibt und man nichts wei­ter tun muss als anzu­fan­gen. 7

Links

P.S.: Als “Bonus­ma­te­rial” gibt es noch 7 wei­tere Pro­duk­tio­nen, die sich auch in den zwei ange­ge­be­nen Links fin­den las­sen (zum Bei­spiel das in den Fuß­no­ten ange­spro­chene Werkstattgespräch).

Notes:

  1. So zumin­dest lässt es sich aus dem Werk­statt­ge­spräch, dass sich im Hör­spiel­pool von Bay­ern 2 fin­den lässt her­aus­hö­ren.
  2. Auch die ande­ren Schau­spie­ler, die ihre Stim­men für das Werk gaben sind übri­gens groß­ar­tig.
  3. Wenn man gut durch geöff­nete Türen kom­men will, muss man die Tat­sa­che ach­ten, dass sie einen fes­ten Rah­men haben.” so lau­tet das eigent­li­che Zitat, das ich eben­falls, dem in der ers­ten Fuß­note erwähn­ten Werk­statt­ge­spräch ent­nom­men habe.
  4. Ich habe gerade mal ver­sucht diese kurz wie­der­zu­ge­ben. Es gelingt mir nicht. Aber auch sie ist span­nend und viel­schich­tig und irgend­wie ein “Gen­re­vie­les”.
  5. Wolf, Nor­bert Chris­tian: “Kaka­nien als Gesellschaftskonstruktion. Robert Musils Sozio­ana­lyse des 20. Jahr­hun­derts” Also vom Titel her gera­ten. via
  6. Aber dazu äußere ich mich lie­ber nicht auch noch, ich habe ja sowieso keine Ahnung…
  7. Ich hoffe, ich habe dich genug “ver­gif­tet” es nun zu tun. ;)
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Meine Lieblings-Apps

UPDATE 3: Als Kalen­der ver­wende ich iCal in Kom­bi­na­tion mit Fan­tas­ti­cal (<345).

UPDATE 2: Und wie konnte ich nur Alfred (mit Power­pack) vergessen?

UPDATE: Ich habe natür­lich Things als mein ToDo-Listen-Programm vergessen.

Ich bin ja sozu­sa­gen ein Mac Powe­r­u­ser™ und ver­wen­dete sehr viele unter­schied­li­che Tools und Pro­gramme. Da ich weiß, dass nicht nur ich son­dern auch alle ande­ren Powe­r­u­ser™ auf Lis­ten und Auf­lis­tun­gen von Tools ste­hen, die man dann wie­derum in sei­nen Work­flow ein­ar­bei­ten kann 1, möchte ich das hier­mit auch mal in aller Aus­führ­lich­keit tun.

Als Kern­stück der Text­pro­duk­tion und der Archi­vie­rung von allem hat sich bei mir Ever­note eta­bliert. Dazu hatte ich bereits auch schon etwas geschrie­ben. 2 Es fun­giert als Ever­y­thing Bucket und jede Notiz wird mit so viel Meta­da­ten wie nötig (aber nicht wie mög­lich) aus­ge­stal­tet, so dass sich Gedan­ken, Texte und so wei­ter leicht wie­der­fin­den las­sen. Ver­knüp­fun­gen ver­schie­de­ner Noti­zen sind auch ohne wei­te­res mög­lich. Gleich­zei­tig wird alles syn­chro­ni­siert und fin­det sich auch im Netz und auf mei­nem iPhone wie­der. Ich gebe für die­ses Tool 5 Dol­lar im Monat aus und tue es gerne.

Wei­tere Text­pro­duk­ti­ons­tools sind Scrivener (für län­gere Sachen, beziehungsweise wenn ich Bock dar­auf habe, kommt aber immer sel­te­ner vor), Day One als Tage­buch mit der gleich­na­mi­gen iPhone-App (denn mein Tage­buch möchte ich zumin­dest vor­erst nicht in mei­nem Ever­y­thing Bucket haben), Pages von Apple (für Papers und andere for­ma­tie­rungs­las­tige Dinge), Text­wrang­ler und PyCh­arm für’s Coden. 3

Die Arbeit mit PDFs wird von dem Drei­er­ge­spann Vor­schau (also dem Standard-PDF-Viewer), PDF­Sam (häss­lich aber funk­tio­nal) und Abbyy Fine­re­a­der Express bewäl­tigt. Das Schöne an mit Vor­schau anno­tier­ten PDFs ist, dass ich die Her­vor­he­bun­gen auch in Ever­note sehen kann, außer­dem sind zuvor ge-OCR-te PDFs leich­ter zu anno­tie­ren. PDF­Sam teilt und bas­telt PDFs dann schließ­lich zusammen.

Zum Brain­stor­men und Visua­li­sie­ren kom­men bei mir vor allen Din­gen zwei Tools zum Ein­satz: Mind­node (für Mind­maps) und Easy Time­line (als ange­hen­der His­to­ri­ker “fast unab­ding­bar”). Zum eigent­li­chen bear­bei­ten von Bil­dern habe ich Pixel­ma­tor im Ein­satz. Meine weni­gen Pho­tos spei­chere ich in iPhoto. 4

Musik höre ich über iTu­nes und ich nutze auch halb­wegs regel­mä­ßig die Radio­funk­tion des Last.fm-Scrobblers. Ein net­tes klei­nes “Pro­grämm­sche”. Ord­nung in mei­ner Musik­bi­blio­thek halte ich dank MPF­rea­ker und Song Ser­geant. Ohne diese Tools wäre meine Musik­samm­lung nicht so über­sicht­lich und meta­da­ten­reich, wie sie jetzt ist. Die weni­gen Filme, die ich besitze habe ich mit MetaX und Hand­brake in auch aus iTu­nes her­aus gut zu benut­zende Video­da­teien umge­wan­delt. Beide Pro­gramme wer­den aber nach Bedarf instal­liert und haben nicht stän­dig Platz auf mei­ner Platte. Zum Über­tra­gen des gerade lau­fen­den Songs habe ich die Mini-App Seam­less installiert. Außerdem habe ich die Test­ver­sion von Audio Hijack Pro instal­liert. Warum? Weil es die ein­fachste Mög­lich­keit ist, das hier beschrie­bene Pro­blem für Mac und unab­hän­gig vom Brow­ser zu lösen. Mein Stan­dard­brow­ser ist ganz frisch übri­gens Safari.

Ich nutze ver­hält­nis­mä­ßig wenig Web Apps. Wirk­lich regel­mä­ßig kom­men nur Fever und Insta­pa­per (mit der pas­sen­den iPhone-App) zum Ein­satz. Eher sel­ten nutze ich Screenr, um Screen­casts auf­zu­neh­men. Man könnte außer­dem noch Pin­board dazu zäh­len, dass ich aller­dings fast aus­schließ­lich über die native App Delibar nutze. 5 Twit­ter nutze ich zum größ­ten Teil über Twit­ter­ri­fic.

Meine Emails habe ich bei Mail.app mit insta­lier­tem Mail-Act-On. Mei­nen FTP-Server steuere ich mit Trans­mit an. Als Instant-Messenger habe ich zwei Pro­gramme am Lau­fen: Adium (ICQ, MSN) und Skype.

Für Dateien, die auch als sol­che (also außer­halb von Ever­note) in der Wolke ver­füg­bar sein sol­len, habe ich Drop­box. Dar­über syn­chro­ni­siere ich auch Day One und des Pass­word­ma­na­ger 1Password, wobei ich letz­te­ren auf kei­nen Fall mehr mis­sen möchte. Den Über­blick über die Bele­gung mei­ner Fest­platte behalte ich mit Daisy Disk und mit App­Zap­per halte ich unter mei­nen Appli­ka­tio­nen halb­wegs Ordnung.

Notes:

  1. vor allem aber um auch sein letz­tes Geld dem Apfel­kon­zern in den Rachen zu schmei­ßen
  2. Schnell gedacht: Gedan­ken­netze
  3. Aller­dings muss ich zuge­ben, dass ich nur sehr schelcht coden kann (Ich ver­su­che mich zu bes­sern und fange quasi von vorne an und das gleich dop­pelt).
  4. Zum Fin­den von Dupli­ka­ten nutze ich übri­gens Dup­li­cate Anhil­ator.
  5. Außer­dem sind Ever­note und Drop­box auch so etwas wie Web Apps…
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