Schnell gedacht: Menschentypen

UPDATE (14.01.2012): HA! Wusste ich doch, dass ich in einem ande­ren Zusam­men­hang schon ein­mal dar­über gestol­pert bin, dass Unter­schied­lich­keit wich­tig ist. Bei TED näm­lich. “Jona­than Haidt on the moral roots of libe­rals and con­ser­va­ti­ves” und für das mit dem ers­ten Absatz ange­spro­che­nen Gesell­schaft­be­triebs­sys­tem (aus ganz™ ande­rer Sicht) “Damon Horo­witz calls for a ‘moral ope­ra­ting sys­tem’

Gun­ter Dueck ist mir lei­der erst seit der Re:Publica im letz­ten Jahr ein Begriff. Auf die­ser hielt er näm­lich sei­nen ziem­lich groß­ar­ti­gen Vor­trag “Das Inter­net als Gesell­schafts­be­triebs­sys­tem”, der wahr­schein­lich jedem Besu­cher noch gut in Erin­ne­rung sein wird. Gun­ter Dueck hat sich eine eigene “kleine” Phi­lo­so­phie ent­wor­fen, die zum Grund­satz hat, dass man mit der elen­di­gen Gleich­ma­che­rei auf­hö­ren muss, son­dern die Unter­schied­lich­kei­ten des ein­zel­nen beto­nen sollte. Son­der­be­hand­lung für (mehr oder weni­ger) jeden also. Etwas, was in der Ver­gan­gen­heit nie funk­tio­niert hat, kann nun dank der Com­pu­ter end­lich klappen.

Grund­lage sei­ner Idee sind dabei ver­schie­dene Psycho-Tests zu denen auch der MBTI (Myers-Briggs Type Indi­ca­tor) gehört. Das ist ein Test, der ins­be­son­dere im Management-Umfeld zum Ein­satz kommt und Men­schen in vier Tem­pe­ra­mente auf­teilt, denen wie­derum jeweils vier psy­cho­lo­gi­sche Grund­ty­pen zuge­ord­net sind (macht 16 Cha­rak­ter­ab­zieh­bild­chen ins­ge­samt). Dabei geht es beim der Klas­si­fi­zie­rung auf die­ser Art und Weise um Prä­fe­ren­zen, Ver­halte ich mich lie­ber intro­ver­tiert (I = intro­ver­ted) oder extro­ver­tiert (E = extra­ver­ted)?, Ver­lasse ich mich auf mei­ner Intui­tion (N = iNtui­tion) oder glaube ich nur dem was ich tat­säch­lich sen­so­risch wahr­nehme (S)?, Stelle ich mein Füh­len (F = fee­ling) über mein Den­ken (T = thin­king) oder umge­kehrt?, Plane ich vor­aus (J = jud­ging) oder halte ich mir Ent­schei­dungs­mög­lich­kei­ten offen (P = perceiving)?

Mit einem Fra­ge­bo­gen, der uns den Prä­fe­ren­zen die­ser gegen­sätz­li­chen Pär­chen aus­fragt, erhal­ten wir dann eine Art “Grund­ver­hal­tens­mus­ter” unse­res Cha­rak­ters, der in vier Buch­sta­ben auf­ge­schrie­ben wer­den kann. Zwei die­ser vier Buch­sta­ben ste­hen für das eigene Tem­pe­ra­ment. Wer das ein­mal selbst pro­bie­ren möchte fin­det auf die­ser Seite einen an den MBTI 1 ange­lehn­ten (denn die­ser Test ist kos­ten­pflich­tig) Test, der einem seine vier Buch­sta­ben ver­rät. 2

Ohne nun allzu sehr ins Detail abzu­drif­ten, war ich nach dem Lösen des Tests erst­mal ein biss­chen baff, wie gut man mich mit knapp 30 Fra­gen ein­schät­zen kann. 3

Ich bin bei­spiels­weise ein INFP. Also ein intro­ver­tier­ter, intui­ti­ver, füh­len­der, sich Ent­schei­dungs­mög­lich­kei­ten offen­hal­ten­der Mensch. Ich habe mein eige­nes Ding am Lau­fen, bin ziem­lich ver­letz­lich und zeige das aber nie­man­den, am liebs­ten wäre es mir “dabei” zu sein und gehört zu wer­den — ich muss nicht vorne weg­ge­hen. 4

Ich lese jetzt gerade das Buch “Wild Duck” von Gun­ter Dueck in dem es um die Kämpfe und Ori­en­tie­rungs­schwie­rig­kei­ten der ein­zel­nen Tem­pe­ra­mente, derer es vier gibt wie oben bereits gesagt, geht. Viel kann ich noch nicht sagen (habe 80 Sei­ten jetzt), außer, dass es “klickt” in mir. Diese Unter­schied­lich­keit der Men­schen trans­pa­ren­ter zu machen und damit Dis­kus­sio­nen, die so oft vor­han­dene Spitze zu neh­men (“Ich finde, du siehst/verstehst/beschreibst das alles total falsch! Und des­we­gen finde ich dich dumm und ver­achte dich.”) führt hof­fent­lich zu einem kla­re­ren Ver­ständ­nis der eigent­li­chen Pro­bleme und dass unlös­bar erschei­nende Pro­bleme selbst meis­tens gar nicht das Pro­blem sind. ;)

P.S.: Eigent­lich wollte ich noch etwas zur Hyper­sen­si­bi­li­tät schrei­ben, aber ich muss auch noch etwas “rich­ti­ges” tun. Des­halb ver­schiebe ich diese Sache auf spä­ter. Wer sich noch ein paar mehr Psy­cho­tests anse­hen möchte, fin­det auf die­ser Seite bei Gun­ter Dueck noch einige. ;)

Notes:

  1. Bezie­hungs­weise Keir­sey, ein eben­falls auf C.G. Jung/MBTI basie­ren­der Test…
  2. Es lohnt sich aber viel­leicht auch den Ker­sey Tem­pe­ra­ment Sor­ter zu machen des­sen Tem­pe­ra­ment Mini-Report kos­ten­los zu bekom­men ist. So als Absi­che­rung, dass man auch wirk­lich rich­tig gele­gen hat, beim Test. Man kann den Test auf deutsch umstel­len, der anschlie­ßende Report bleibt aber eng­lisch.
  3. gleich­zei­tig frage ich mich natür­lich, ob das nicht eine Art “Astro­lo­gie der Psy­cho­lo­gie” ist (siehe Barnum-Effekt, aber diese Tests und diese psy­cho­lo­gi­schen Grund­ty­pen kön­nen auf  Carl Gus­tav Jung zurück­ge­führt wer­den, einem durch­aus geach­te­ten Ver­tre­ter der Psy­cho­lo­gie und fin­den in der wis­sen­schaft­li­chen Lite­ra­tur durch­aus anklang, wer­den aber wie gesagt auch kri­ti­siert. Er gilt, soweit ich das hier als Laie über­bli­cken kann als ver­al­tet, wird von Gun­ter Dueck aber ein­ge­setzt, weil er so schön nach­voll­zieh­bar ist. Eine gute kleine Dis­kus­sion genau dazu fin­det sich bei Google+
  4. Mach erst selbst den Test!!1!!! Hier fin­det sich eine kleine Beschrei­bung zu mei­nem psy­cho­lo­gi­schen Typ.
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Schnell gedacht: Curated Shopping

Einer mei­ner größ­ter Träume ist es mich für meine Ver­hält­nisse gut anzu­zie­hen, mich gesund zu ernäh­ren, meine weni­ges Geld so bud­ge­tie­ren zu kön­nen, dass ich mit dem Rest rech­nen kann und das ganze sollte am liebs­ten so funk­tio­nie­ren, dass ich mich nicht stän­dig fra­gen muss, ob das Unter­neh­men wel­chem ich mein Geld gebe ethisch/moralisch zumin­dest “okay” ist. Und den Rest der Zeit, also eigent­lich das Gros mei­ner Zeit möchte ich eigent­lich mit Den­ken, Lesen, Quat­schen und Bier trin­ken ver­brin­gen. Und nicht mit Ein­kau­fen und Geld zäh­len. Hier lässt sich spa­ren und hier kommt “cura­ted shop­ping” 1 ins Spiel.

Die Idee ist rela­tiv ein­fach. Im Falle von Kla­mot­ten und damit von Modo­moto funk­tio­niert es so: Jemand sucht für mich raus was mir gefal­len könnte und schickt es mir zu, ich ent­scheide dann was mir wirk­lich gefällt, behalte die jewei­li­gen Klei­dungs­stü­cke, bezahle sie und schi­cke den Rest zurück. Super. Das Spart mir eine Menge Zeit und ich kann auf die Exper­tise von Leu­ten zurück­grei­fen, die sich mit Mode wirk­lich aus­ken­nen. Ich habe mich da natür­lich gleich mal ange­mel­det und werde das ganze mal kos­ten­los tes­ten. Meine ein­zige Befürch­tung im Augen­blick ist, dass es für mei­nen Bet­tel­stu­den­ten­sta­tus dann doch noch zu teuer wer­den könnte, war­ten wir es ab.

Ganz all­ge­mein gespro­chen jeden­falls halte ich “Cura­ted Shop­ping” für eine Super-Idee, die sich auch auf den Lebens­mit­tel­kauf über­tra­gen lässt. Dass es auch dort bereits ein klei­nes Unter­neh­men gibt, dass sich genau in diese Niche gesetzt hat, habe ich von @JuliaSpreen erfah­ren: Komm­tEs­sen. Wie die­ser Ser­vice funk­tio­niert, kön­nen die Leute von Komm­tEs­sen ja mal eben sel­ber erklären:

W.G.I.D.D?! Aber eigent­lich geht mir das noch nicht weit genug. Ich möchte nicht nur eine Mahl­zeit am Tag dar­über bekom­men, son­dern sämt­li­che Mahl­zei­ten, ich will nicht mehr in den Super­markt müs­sen nach dem ich hier ein Abo abge­schlos­sen habe. Außer­dem kann ich per­sön­lich den Dienst lei­der nicht aus­pro­bie­ren, weil ich Vege­ta­rier bin und es keine Veggie-Tüte gibt. Das pran­gere ich übri­gens derbe an! Außer­dem gibt es auch keine Single-Tüten, ein wei­te­rer Nach­teil. Hier lässt sich Komm­tEs­sen einen unfass­bar™ gro­ßen Markt ent­ge­hen. Ich hoffe instän­dig, dass hier nach­ge­bes­sert wird.

Ein Traum wäre ja, wenn man zukünf­tig Pro­gramme hätte, die das alles machen. Ich ziehe um? Ein Web-Service besorgt Packer, Kis­ten, ein Auto, alles in der rich­ti­gen Größe, weil der Rech­ner mein Inven­tar kennt, holt Ange­bote ein und berei­tet mir das ganze auf. Wenn ich tat­säch­lich sel­ber ein­kau­fen gehen möchte, wäre doch ein sich selbst schrei­ben­der Ein­kaufs­zet­tel ganz nett. Warum soll ich eigent­lich Zeit mit unlieb­sa­men Auf­ga­ben ver­schwen­den, die mir ein Dienst­leis­ter (im ers­ten Schritt) oder ein Com­pu­ter (im End­ef­fekt) abneh­men kann? Wieso möchte nie­mand mein Geld haben?

Notes:

  1. BUZZWORD ALARM
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Schnell gedacht: Musik kaufen oder streamen?

Ich kaufe Musik. Nicht immer, man­ches habe ich bereits und man­ches streame ich auch. Aber ich bin dazu über­ge­gan­gen mein Leben zu “lega­li­sie­ren” und das trifft auch auf den Musik­kon­sum zu. Warum nutze ich dann nicht legale Strea­ming­dienste, son­dern kaufe lieber?

Für zwei Monate oder so, habe ich auch mal Simfy pro­biert und — ja man kann sagen, wenn man nicht allzu selt­same Musik­vor­stel­lun­gen hat —  es kann funk­tio­nie­ren. Wenn man aller­dings dazu neigt zumin­dest teil­weise eher unbe­kann­tere oder sehr™ indie-mäßige Musik zu hören wird das schwierig.

Ich will damit nicht sagen, dass ich nun total den außer­ge­wöhn­li­chen Musik­ge­schmack habe, aber man­che Sachen bekommt man bei den Streaming-Diensten nicht. Das stimmt vor allen Din­gen für Künst­ler ganz klei­ner Indie-Labels, Ein­zel­künst­ler oder Leute, die ihr Zeug eh kos­ten­los anbie­ten und damit in den Por­ta­len kei­nen Platz haben (Warum eigent­lich nicht?). Wenn man ab und an Indie­ga­mes zockt fällt wie bei Indie Royale kürz­lich auch mal ein kos­ten­lo­ses Chiptune-Album mit ab.

Dem­nach sind Dienste wie Simfy oder das gerade heute in Deutsch­land gestar­tete Rdio für mich eher nichts. Ich möchte auch nicht an die schlech­ten Smart­phone Apps gebun­den sein. Für mich als jemand, der viel­leicht teil­weise eher 1 unüblichere/unbekanntere Musik hört, von der Häu­fig­keit des Musik­hö­rens sich das ganze aber in Gren­zen hält (ich höre viele Pod­casts), will ich auch lie­ber die 10 Euro im Monat, die man zah­len müsste für ein Abo, dass das Abspiel­recht auf Com­pu­ter und Smart­phone ermög­licht, für Songs und Alben im digi­ta­len Ein­kaufs­la­den aus­ge­ben. 2 Weil ich mir näm­lich ziem­lich sicher bin, dass es zumin­dest in mei­nem Fall zur­zeit eine Aus­gabe ist, die ich tätige weil ich “auf­hole”, also alles was ich frü­her via Youtube, Groo­ve­shark ode­ro­de­ro­der gehört hab mei­ner Musik­bi­blio­thek ein­ver­leibe. In eini­ger Zeit wird das weni­ger wer­den. Ich werde natür­lich auch zukünf­tig neue Lieb­lings­songs haben und diese her­un­ter­la­den, aber eine monat­li­che Aus­gabe ist auch aus “ökono­mi­scher Per­spek­tive” von mir als Käu­fer ungüns­tig. Außer­dem habe ich den Vor­teil meine Musik von jedem Gerät und “über­all” hören zu kön­nen auch mit Google Music.

Also: Nicht alles ist ver­füg­bar, ich will die Apps nicht nut­zen, es ist aus mei­ner Sicht mit­tel­fris­tig sogar teurer.

Fazit: Ich kaufe also auch in Zukunft lie­ber Musik.

Notes:

  1. Also ich will auch nicht über­trei­ben, aber im Ver­gleich zu mei­nem Freun­des­kreis…
  2. Hier ist übri­gens Last.fm zu emp­feh­len, der näm­lich für jeden Song das güns­tigste Ange­bot aus den gro­ßen Musik-Shops raus­sucht. Am ein­fachs­ten geht es mei­nes Wis­sens mit dem Scrob­b­ler für iTu­nes unter Mac OS X
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